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Auf ein Wort


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

unser beliebter Weinführer ist bereits in dritter Ausgabe erschienen. Ob E-Mails, Briefe oder Anrufe - die vielen positiven Reaktionen zeigen, dass wir mit unserem Konzept ("Wertvolle Tipps für Genießer") genau richtig liegen. Noch eine Information vorweg: Die Region Donauland wurde in "Wagram" umbenannt.

Die Geschichte von dem (amerikanischen?) Weinbauern, der am Sterbebett seinen Söhnen verrät, dass man Wein auch aus Trauben machen kann, haben wir Ihnen schon einmal erzählt. Weshalb wir sie noch einmal in Erinnerung rufen? Weil Europa immer mehr von amerikanischen Kunstweinen überschwemmt wird.
Einfach nur traurig: Die EU ist eingeknickt wie ein Boxer bei einem Tiefschlag. Sie hat das fast schon aggressiv geforderte Weinabkommen mit den USA unterzeichnet und damit künftig die US-Produktionsmethoden offiziell anerkannt - Produktionsmethoden, für die österreichische oder deutsche Winzer vor Gericht landen würden. Wasser und andere Zusätze werden beigemengt, das himmlische Tröpferl im Labor noch ein wenig veredelt. Beim "Fraktionieren" wird der Wein in seine Bestandteile (Aroma, Alkohol und Wasser) zerlegt und nach Gusto wieder "zusammengebaut". Um den Alkoholgehalt des Weins zu verringern, darf in Amerika und auch in anderen Ländern der Neuen Welt Wasser zugegeben werden - bis zu 35 (!) Prozent.
Kennen Sie das "Barrique-Fass des kleinen Mannes"? Richtig: Eichenspäne. Nun sind die amerikanischen Weinproduzenten ja keine "kleinen Männer", es sind Weinindustrie-Giganten, die international abschöpfen wollen. Ihr Motto: Starkes Aroma, kleine Preise, großer Profit. Eichenspäne sind natürlich billiger als Eichenfässer, also schüttet man Holz-Chips in den Wein und erhält dann sehr schnell etwa jenen Geschmack, den österreichische und andere europäische Winzer viele Monate lang in echten Barriquefässern erzeugen.

Genau das aber ist nun die Chance für unsere einheimischen Winzer. Man muss den Weinliebhabern immer wieder die Unterschiede zwischen den Kunstweinen und den wirklich edlen Naturprodukten klar machen. Echten Genießern wird dann die Entscheidung leicht fallen.

Da ist das Thema "Flaschenverschlüsse" fast schon von zweitrangiger Bedeutung. Obwohl: Der jährliche Schaden durch "verkork(s)te" Weine geht in die Millionen. Doch welche Alternativen zum Naturkork gibt es? Schraubverschlüsse, Kunststoff-, Glas- oder Kronkorken - unromantisch die einen, ungeeignet die anderen. Über die Problematik der "Verschluss-Sache" haben wir schon in unserer letzten Ausgabe ausführlich berichtet. Beruhigend, dass viele gescheite Leute hier nach einer idealen Lösung suchen.

Wir hoffen, dass auch die neue Ausgabe unseres Weinführers für Sie wieder ein ebenso informativer wie nützlicher Begleiter sein wird.